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Lehrbuch der Zukunft: Orientierung an den Rahmenbedingungen des Didaktischen Designs

20. Dezember 2011

Unser Artikel zu den mediendidaktischen Hintergründen der Entwicklung eines Lehrbuchs der Zukunft ist heute im Open-Access-Journal »Phydid« erschienen. In diesem Artikel machen wir deutlich, warum es schwierig ist, sich bei der Entwicklung innovativer Lernmedien an den klassischen Konzepten des E-Learnings zu orientieren. Wir schlagen statt dessen vor, für innovative Entwicklungen im Bereich des mediengestützen Lernens ein bildungstheoretisch begründetes Didaktisches Design zu wählen.


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  • Zitationsweise:

    Neuhaus, W., Nordmeier, V., & Kirstein, J. (2011). Das Lehrbuch der Zukunft – Mediendidaktische Aspekte im Validierungsprojekt “Technology Enhanced Textbook”. In V. Nordmeier, & H. Grötzebauch (Eds.), PhyDid B – Didaktik der Physik – Beiträge zur DPG-Frühjahrstagung, 2011. Berlin: Freie Universität Berlin – AG Nordmeier.

    Das Schulbuch der Zukunft ist ein
    Schulbuch der Schüler

    13. November 2011

    Eine Meldung von Markus Beckedahl, auf seiner Homepage netzpolitik.org hat jüngst die deutsche Edublogger-Community aufgeschreckt. In einem Vertrag zwischen den Kultusministerkonferenzen der Länder und dem Verband der deutschen Schulbuchverlage (VdS) wurde unter anderem vereinbart, dass die Verlage kommunalen und privaten Schulträgern eine Plagiatssoftware zur Verfügung stellen, die automatisch die Speichersysteme in mindestens 1% der öffentlichen Schulen nach nicht genehmigten Kopien durchsuchen soll. Gemäß der Statistiken des Statistischen Bundesamtes, beträfe das ca. 340 Schulen. Der damit transparent werdende enorme Vertrauensbruch gegenüber den Lehrern und die datenschutzrechtlich höchst bedenkliche Durchführung dieser Maßnahme führte zu empörten Diskussionen über die breit vernetzten Twitter-Clients der Edublogger. Christian Füller, Taz-Autor und Bildungsexperte, regte eine breitere Diskussion an, die voraussichtlich in zwei öffentlichen Veranstaltungen zum Thema münden wird – getragen von der Heinrich Böll Stiftung. Die Diskussion findet derzeit auf Twitter unter den Hashtags #sb20 und #schultrojaner statt, auf einem öffentlich zugänglichen Etherpad und auf dem Blog von Christian Füller. Auf Grund der aufgeheizten Diskussion konkretisierte der VdS die Gründe und Zusammenhänge für den geplanten Einsatz der Plagiatssoftware in einer dafür zusammengestellten FAQ-Liste. Im Anschluss an die Online-Diskussion kritisierte auch der Verband für Bildung und Erziehung den dubiosen Vertrag und die klassichen Medien griffen den Vorgang auf (siehe z.B. taz, ZDF oder Spiegel). In der Online-Diskussion wurde das Verhalten der Schulbuchverlage vielfach als Verzweiflungsakt gewertet, weil diese offensichtlich – ähnlich wie vor einigen Jahren die Musik-Industrie – keine Antworten auf den gesellschaftlichen Wandel durch die flächendeckende Digitalisierung und Kopierbarkeit externalisierter Kultur- und Bildungsgüter haben. So entstand die Frage, wozu in der heutigen Zeit überhaupt noch Schulbuchverlage gebraucht werden und es wuchs der Impuls in der Online-Community, die international bereits weit verzweigten Initiativen zu »Open Educational Ressources« (OER) im deutschen Schulwesen besser nutzbar zu machen. Hierzu entspinnen sich derzeit auf verschiedenen Blogs einige Ideen (z.B. herrlarbig.de , rete-mirabile u.a. ). Heise.de stellte spontan entsprechende Ansätze und Initiativen zum Thema OER in einem Artikel zusammen.

    Im Vertrauen darauf, dass das zwielichtige Verhalten des Verbands der Schulbuchverlage von den politisch Verantwortlichen bald unterbunden wird (Die Piraten haben in Berlin mit einer großen Anfrage die Diskussion aufgenommen, Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger kritisiert bereits öffentlich den Vorgang), möchte ich hier aus konstruktivistischer Perspektive einige Aspekte zur Diskussion um die Zukunft des Schulbuchs beisteuern, die wir derzeit im Projekt »Technology Enhanced Textbook« diskutieren.

    1. Lernen als kommunikative Auseinandersetzung mit der Erfahrungswelt
    Lernen ist dann besonders erfolgreich und nachhaltig, wenn Lernende ihr Wissen aktiv konstruieren. Aktuelle Forschungsergebnisse der Hirnforschung bestätigen diese ursprünglich reformpädagogische Auffassung, genauso wie zahlreiche theoretische Modelle der Kognitionspsychologie. Der Aufbau aktivierbaren Erfahrungswissens ist verbunden mit vielfältigen aufeinanderbezogenen Lernaktivitäten wie Entdecken, Problemlösen, Kooperieren, Recherchieren, Kategorisieren, Konstruieren, Imitieren, Einprägen, Üben und Anwenden. Obwohl die hinter diesen Lernaktivitäten liegende psychologische Theorie gut entwickelt ist, setzen sich hierauf abgestimmte pädagogische Modelle in Schule und Hochschule nur langsam durch. Eine innovative Neuausrichtung im konstruktivistischen Sinne ist dringend erforderlich. Heute verfügbare Online-Technologien weisen große kommunikative Potenziale auf, die geeignet sind, derartige konstruktivistisch angelegte Lernsettings zu unterstützen. Für uns in der AG Nordmeier ist das ein Grund, ein technologisch erweitertes Lehrbuch zu entwickeln, das diese Potenziale besser ausschöpfen soll.

    2. Probleme mit dem klassischen Schulbuch
    Das klassische Schulbuch bietet nur wenige Ansatzpunkte für aktive Formen der Wissenskonstruktion. Die im wesentlichen rezeptive Nutzung des Schulbuchs führt dazu (wenn diese nicht mit erfahrungsaufbauenden Aktivitäten verbunden ist), dass Schüler sich bestenfalls »träges Wissen« aneignen, das in realen Situationen nicht abrufbar oder aktivierbar ist. Möglicherweise ist das auch ein Grund dafür, warum das Schulbuch zumindest im naturwissenschaftlichen Unterricht nur verhältnismäßig selten eingesetzt wird. Gottfried Merzyn führte in den 90iger Jahren eine bundesweite Befragung unter Physiklehrern zur Bedeutung des Schulbuchs durch. 577 Lehrer nahmen an dieser Befragung teil. Ein zentrales Ergebnis der Studie: “Obwohl Physik-Schulbücher primär für die Schüler gedacht sind, werden sie am intensivsten von Lehrern bei der Unterrichtsvorbereitung genutzt” (Merzyn, 1994, S. 236). Er stellt fest, dass es weit verbreiteter Lehrerbrauch ist, sich von den Ideen unterschiedlicher Schulbücher bei der Planung des Unterrichts anregen zu lassen. Im Unterrichtsalltag der Physik werden Schulbücher vor allem für das gemeinsame Betrachten von Abbildungen, Grafiken und Tabellen herangezogen.

    3. Open Educational Ressources und das »träge Wissen«
    Wenn wir uns mit den Möglichkeiten des Internets und den vielfältigen digitalen Endgeräten befassen, die jede Art von Inhalten überall und jederzeit leicht verfügbar machen, liegt es nahe, »Open Educational Ressources« als generelle Alternative zum Schulbuch in Betracht zu ziehen. Was aus ökonomischen Gründen durchaus Sinn macht, nämlich einmal erarbeiteten Content auch anderen Lernenden auf diesem Wege zur Verfügung zu stellen, ist aus mediendidaktischer Perspektive nicht automatisch ein Erfolgsmodell. Wenn Lehrer ihren Content online z.B. in einem Wiki verfügbar machen (siehe z.B. ZUM-Wiki), dann hat dieser Content für die Schüler häufig auch keine andere Funktion, als Texte und Grafiken des Schulbuchs, die bestenfalls dabei helfen, träges Wissen aufzubauen. Das Wiki, genauso wie das klassische Schulbuch bleiben in solchen Fällen in erster Linie ein Medium des Lehrers, der hier Angebote zur Rezeption für seine Schülerinnen und Schüler zusammenstellt. Wäre es nicht besser, wenn wir über diese traditionelle Stufe des didaktischen Designs hinausgehen und Wiki und Schulbuch zum Medium der Schüler machen? Hier liegt aus meiner Sicht die große Chance des zukünftigen Schulbuchs. Schülerinnen und Schüler konstruieren ihr persönliches Wissen, werden zu Autoren und Gestaltern ihres eigenen personalisierten Schulbuchs, nutzen die ganze Vielfalt von online vefügbaren Medien-Modulen, Materialien und Informationen. Viele der oben dargestellten Lernaktivitäten zum Aufbau von Erfahrungswissen würden damit angeregt. Schülerinnen und Schüler mit schwierigem sozialen Hintergrund und geringen individuellen Lernvoraussetzungen wären allerdings in besonderem Maße darauf angewiesen, bei der Entwicklung entsprechender Fähigkeiten individuelle Unterstützung zu erhalten. Um die ganze Vielfalt möglicher Lernaktivitäten ansprechen zu können, müsste das Schulbuch der Zukunft noch über einige weitere Eigenschaften verfügen:

    4. Das technologisch erweiterte Schulbuch als personalisiertes Medium
    Derzeit entwickeln wir unterschiedliche Demonstratoren eines solchen Schulbuchs, die das Ziel haben, Phänomene unserer Umwelt durch aktive Handlungen erfahrbar zu machen. Aus didaktischer Perspektive kristallisieren sich dabei drei zentrale Funktionen heraus, die das »Lehrbuch« (im Ausbildungs- und Hochschulkontext) bzw. das »Schulbuch« (im Sekundarbereich und dem Gymnasium) in Zukunft bereitstellen wird:

  • Sammlungsort für die persönliche Externalisierung von Wissen
    Wir konzipieren das Schulbuch als personalisierte interaktive Anwendung auf mobilen Endgeräten wie Smartphones, Ipads, Android-Tablets u.ä. Die Portfolio-Funktion des technologisch erweiterten Schulbuchs ermöglicht es, selbst erstellte externalisierte Wissensfragmente, sowie über das Web zugänglich gemachte Content-Bausteine in individuell gestalteten, übersichtlichen Strukturen abzulegen (intuitiv bedienbar – nicht vergleichbar mit den umständlichen Funktionen längst überholter Learning Management Systeme). Die Navigation kann bei Bedarf neben der persönlichen Inhaltsstruktur auch die von Lehrern zusammengestellten oder durch spezifische Lehrwerke vorgegebenen Inhaltsverzeichnisse ein- und ausblenden. Die individuelle Wissenskonstruktion erhält so ein gut durchsuchbares, den eigenen Entwicklungsschritten angepasstes Abbild der persönlichen Konstruktions- und Rechercheprozesse. Integriert werden können alle über das Web zugänglichen Informationen, seien es »Open Educational Ressources«, Inhalte unter Creative Commons Lizenz oder von Wissensbrokern angebotene, kostenpflichtige Medien-Module.
  • Werkzeugkasten zur Erfahrbarmachung von Phänomenen in der Umwelt
    Die verschiedenen Sensoren und technischen Schnittstellen, über die mobile Endgeräte bereits heute verfügen, werden zum Messen, Detektieren, Experimentieren, Zeigen, Finden, Zusammenstellen und Kommunizieren nutzbar gemacht. Phänomene in der physischen, wie in der virtuellen Umwelt können handelnd untersucht, ausgewertet und analysiert werden. Aktive Formen der Wissenskonstruktion werden damit angeregt und unterstützt.
  • Schnittstelle für Kommunikation und Austausch
    Im Schulbuch erarbeitetes und zusammengetragenes Wissen kann auf allen Stufen der persönlichen Lern- und Erarbeitungsprozesse mit anderen Lernenden online ausgetauscht und kommuniziert werden. Dazu werden Schnittstellen zu gängigen Sozialen-Netzwerken wie Twitter, Facebook, Diaspora oder Google+ genutzt, wie auch Möglichkeiten zur Live-Kommunikation über Systeme wie Skype oder Google-Talk. Virtuelle Experimente können gemeinsam bedient und ausgewertet werden. Nach Bedarf können spezifische Zusammenstellungen von Inhalten an online vernetzte Partner weitergegeben werden.
  • Hinsichtlich der Finanzierung des »Technology Enhanced Textbooks« und der dafür verfügbaren interaktiven Medien-Module diskutieren wir mit potenziellen Verwertungspartnern (Bildungsmedien-Anbietern, Museen, Schulen, Hochschulen, Hörfunk- und Fernsehanstalten) Geschäftsmodelle, die es möglich machen, die Kosten für die Produktion zu decken. Sichergestellt werden soll dabei, dass ein Grundbestand dieser Medien als »Open Educational Ressources« verfügbar gemacht werden kann (Stiftungsmodelle, PayPerClick-Lösungen, kreative Formen der Mehrfachverwertung).

    Was denkt Ihr über die Umsetzung dieser Vision? Bis Ende 2013 wollen wir entsprechende funktionstüchtige Demonstratoren realisiert haben. Macht das alles Sinn? Übernehmen Wissensbroker in Zukunft die Funktion der Schulbuchverlage? Wie lassen sich didaktisch hochwertige Medien finanzieren? Wie können wir didaktische Qualität und »Open Educational Ressources« miteinander in Einklang bringen?

    Handschrift-Notizen auf dem Ipad

    4. August 2011

    Handschrift mit Notes Plus from Herbert H. on Vimeo.

  • Blogbeitrag zum Thema
  • Elektronisches Papier mit Biegegesten bedienen: Das Paperphone

    3. Juli 2011

  • Artikel bei Futurezone.at
  • Human Media Lab: Homepage
  • Artikel: PaperPhone: Understanding the Use of Bend Gestures in Mobile Devices with Flexible Electronic Paper Displays (PDF)
  • Labor für selbstbestimmte Bildung

    10. Juni 2011

    Vom 21. bis 23. Juni 2011 führt die Berliner Gazette im Künstlerhaus Bethanien in Berlin ein Labor für selbstbestimmte Bildung durch. Es richtet sich an Kulturschaffende, soziale Entrepreneure und Pädagogen, die neue Impulse in diesem Feld suchen. Dienstag den 21. Juni, 19.00 Uhr gibt es das “Public Opening” mit einem Lecture Concert der Künstlerguppe andcompany&Co und der Vorstellung des in diesem Zusammenhang erschienenen Buches “Modell Autodidakt”. Zu diesem Buch konnte ich einen Artikel beitragen, der bereits vor einiger Zeit als Blogbeitrag in der Berliner Gazette erschienen ist: “Tschüss E-Learning, Hallo Community-Education”

    Am Labor für selbstbestimmte Bildung bin ich mit einem Workshop zum Thema “Medienkompetenz heute” beteiligt. Als Einstieg dient der hier verlinkte Foliensatz “Medium und Bildung”, sowie ein “adhoc-lab” auf der Learners´Garden Plattform, in dem die Teilnehmenden bei Bedarf Online-Medien nutzen können, um ihre Ideen und Visionen zu erproben.

  • Adhoc-Lab
  • Learners´Garden
  • Buch: Modell Autodidakt
  • Labor für selbstbestimmte Bildung
  • Artikel: Tschüss E-Learning, Hallo Community-Education
  • Rückblick von David Pachali auf den Workshop
  • Musikunterricht mit Smartphones und Tablets

    26. Mai 2011

    Ein spannendes Lernszenario erprobt derzeit Matthias Krebs in einer Berliner Schulklasse. Schülerinnen und Schüler komponieren und musizieren mit mobilen Endgeräten.

    Diese Aktivität stellt nur einen kleinen Ausschnitt der Aktivitäten dar, die Matthias Krebs hinsichtlich des Einsatzes mobiler Engeräte wie Iphone, Ipads und Co. im Kontext von Schule, Hochschule und Musik-Business unternimmt. Hier einige Links zu weiteren Projekten:

  • Youtube-Kanal: Mobile Endgeräte im Musikunterricht
  • Blog: Musik machen mit mobilen Endgeräten
  • Netzmusik: Musikalische Online-Anwendungen
  • Forschendes Lernen mit Kaleidoloop

    25. April 2011

    Der Bayerische Rundfunk berichtet hier über ein schönes Audio- und Sampling-Tool mit dem wir musikalische Strukturen anhand von Klängen unserer Umwelt erkunden und gestalten können. Bands in Brooklyn setzen das Instrument des kreativen Instrumenten-Herstellers Critter und Guitari bereits vielfach ein.

    Ein schönes Tool für Soundsearching-Aktivitäten im Rahmen des World Tune Projektes, bestimmt auch gut einsetzbar im Musik-Unterricht.

    Evolution of Classroom Technology

    19. April 2011

    Edudemic.com: The Evolution of Classroom Technology

    Die Autoren des Edudemic-Blogs, die sich mit dem Einsatz von Social Media in Bildungskontexten befassen, haben eine schön anzusehende Geschichte der Lehr-Lernmedien zusammengestellt:

  • Edudemic.com: The Evolution of Classroom Technology
  • New York Times: The Learning Machines
  • Navigation mit der Kinect

    14. April 2011

    Navigieren durch Gesten und Körperbewegungen im realen Raum, dafür steht die Kinect, eine neuartige Hardware bestehend aus Tiefensensor-Kamera, 3D-Mikrofon, Farbkamera und Steuerungssoftware.

    In diesem Video demonstriert Microsoft die Möglichkeiten dieser Navigation an einem weiteren spannenden Projekt, das Microsoft in Kooperation mit der Nasa realisiert: Das World Wide Telescope, mit dem jeder Internet-Nutzer seinen Rechner als virtuelles Teleskop einsetzen kann.

  • Kinect SDK für Windows
  • Weitere Kinect-Hacks
  • World Wide Telescope
  • School is Open: Gelebte Bildungsinnovation

    11. April 2011

    Die Studierendenvertretung der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Uni Köln (StAVV) hat ein wirklich beeindruckendes Projekt initiiert, das in Zukunft sicherlich noch erhebliche Wellen schlagen wird in der bundesrepublikanischen Bildungslandschaft.

    School is Open

    Hier wird Innovation nicht eingeschränkt – durch die technologische Brille – betrieben, sondern als “kritische und innovative Erfahrungskultur, die eine außeruniversitäre Öffentlichkeit für sich interessieren kann und will.”
    (Heidi Helmhold)

    Neben studienrelevanten Lehrangeboten und konkreten Interventionen in den Lehr- und Lernräumen der Fakultät wird auch eine Schule gegründet. “Das Schulgründungsprojekt von »school is open« zielt u. a. auf die Elemente der Mobilität, des »teaching in public«, des Aufsuchens von außerschulischen Lernorten, der demokratischen und inklusiven Schule und setzt sich mit der Bedeutung der Gestaltung von Orten und Räumen in der »Einen Schule für Alle« auseinander.” (Blog: School is Open Projekt)

    Ein derartiges Verständnis von Innovation und Partizipation scheint mir für den Bildungskontext deutlich angemessener als ein traditioneller, auf Technologie fixierter Innovationsbegriff. Hier entstehen innovative Räume, die auch vielfältigen Gestaltungsspielraum für die Entwicklung mediendidaktischer Ansätze schaffen.

  • School is Open Homepage
  • StAVV – Studierenden-Ausschuss der Vollversammlung an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Uni Köln
  • Baupiloten (Architektur als sozialer Katalysator)
  • Podcasts der Ringvorlesung zum Projekt
  • Click & Listen: Sound Matrix

    10. April 2011



    Quelle: sembeo.com [via @mons7]

    Ein schöner Adhoc-Sequencer zum spontanen erzeugen von Ambient-Loops. Zeichnet einfach beliebige Muster in die Matrix und sofort geht´s los. Lautsprecher muss natürlich angeschaltet sein und Flash ist Voraussetzung; also ungeeignet für aktuelle Tablets.

    Cross-platform sharing

    29. März 2011

    Eine intuitive Form, Dateien quer über unterschiedliche Plattformen (Android, IOS, Windows) weiterzureichen soll ab Sommer diesen Jahres der Cloud-Service “KonnectUs” bieten.

  • Informationen bei Engadget
  • Richard Rorty and the Pragmatist Revival

    27. März 2011

    Technology Enhanced Textbook

    23. März 2011

    Foliensatz des Vortrags auf der DPG-Frühjahrstagung 2011

    Auch wenn Android-Tablets, Ipads und Co in der alltäglichen Nutzung noch nicht den Grad örtlicher und zeitlicher Unabhängigkeit erreichen wie das klassische Buch, weisen die neuen mobilen Endgeräte Merkmale auf, die das Potenzial haben, innovative handlungsorientierte Bildungskonzepte in einem stärkeren Maße zu unterstützen als dies das klassiche Lehrbuch jemals könnte. Mit dem Projekt “Technology Enhanced Textbook” (TET), finanziert durch das BMBF, bietet sich uns in den kommenden drei Jahren die Möglichkeit, diese Potenziale auszuloten. Mit einem 13-köpfigen interdisziplinär zusammengesetzten Team (inklusive vier Studentischer Hilfskräfte) werden wir für unterschiedliche Verwertungsbereiche (Schule, Hochschule, Fernsehen, Hörfunk, Ausbildung, Museen) sogenannte Demonstratoren entwickeln, mit denen wir die didaktisch-technologische Machbarkeit entsprechender Lösungen demonstrieren werden und ihre wirtschaftliche Verwertbarkeit. Damit soll die Grundlage dafür geschaffen werden, nach Ablauf des Projekts in Kooperation mit Partnern in der Wirtschaft, Prototypen des Lehrbuchs der Zukunft zu entwickeln und ein Dienstleistungsunternehmen zu gründen, dass in der Lage ist die entwickelten Lösungen qualitativ hochwertig und trotzdem kostengünstig zu produzieren.

    Maßstab für die spätere Ausgründung und für die Entwicklung der Demonstratoren ist ein innovatives Didaktisches Design, dass sich an einem konstruktivistisch interpretierten Bildungsbegriff orientiert und nicht an den in der E-Learning-Branche weit verbreiteten (und unserer Meinung nach längst überholten) Konzepten des Instructional Design.

    didaktikZusammenhang von Bildung und Didaktischem Design

    Für die Umsetzung der Demonstratoren richten wir derzeit ein Produktionslabor ein, mit dem alle denkbaren didaktischen Anforderungen technologisch hochwertig umgesetzt werden können. Von Audio, Video (HD-Fernsehqualität), Foto, 3D, Interaktivität von Realbildern naturwissenschaftlicher Experimente und Labore bis zur Postproduktion auf Basis von HTML5, Java, Javascript, PHP, MySQL sind im TET-Lab alle Komponenten vorhanden, um die Potenziale aktueller Technologien voll auszuschöpfen. Ziel des Projektes ist es, Automatisierungsroutinen zu entwickeln, die es ermöglichen alle Entwicklungen auf den wichtigsten am Markt vertretenen mobilen Endgeräten (Android, IOS) verfügbar zu machen.

    lab2Architektur des TET-Labors

    Unsere Vision ist es, naturwissenschaftliche Phänomene mit Hilfe des Lehrbuchs der Zukunft in beliebigen Umgebungen und Kontexten adhoc für Lernende, handelnd erfahrbar zu machen, z.B. Phänomene in der Umwelt, aktuelle Nachrichten im Fernsehen oder im Internet oder wissenschaftliche Experimente in Museen. Das technologisch erweiterte, durch Lernende und Lehrende gestalt- und anpassbare, Lehrbuch, mit Schnittstellen zu existierenden webbasierten Kommunikations- und Community-Systemen, ermöglicht – an der Schnittstelle zwischen Umwelt und Lernenden – ein aktives, selbstorganisiertes Lernen, das im Gegensatz zu vielen klassischen Formen des E-Learnings die Komplexität des Lernprozesses nicht auf blosse Aktionen am Monitor reduziert.

    lehrbuchSchnittstelle zwischen Lernenden und Umwelt: das Lehrbuch der Zukunft

    Wir sind offen für Kooperationen mit didaktisch anspruchsvollen Partner-Institutionen und freuen uns über Hinweise und Visionen, in welchen Szenarien aus Eurer Perspektive das Lehrbuch der Zukunft optimal genutzt werden kann.

    Weiterführende Links

  • Homepage des Projekts
  • Foliensatz “Lehrbuch der Zukunft”
  • Pressemitteilung der Freien Universität Berlin
  • QR-Codes in your Classroom

    17. März 2011

    Schöne Beispiele für die Nutzung von QR-Codes im Kontext von Schule zeigen David Hopkins und Barbara Schroeder in ihren Blogs.

    qrcodes-intro-1a

    Anwendung der QR-tags in einem klassischen Buch: Around the World in 80 days, Jules Verne.

    Blogbeiträge zum Thema:

  • David Hopkins
  • Barbara Schroeder
  • Smartphone statt Lehrbuch

    13. März 2011

    Weiterführende Infos:

  • Zum Video bei Arte
  • Homepage der Projektschule Goldau
  • Evaluationsbericht zu Erwartungen und Befürchtungen der Eltern
  • Ipad-Einsatz in Schule und Hochschule

    25. Februar 2011

    Kaiserin Augusta Schule, Köln
    Foto: Kaiserin Augusta Schule, Köln

    Hier die Links zu drei exemplarischen Versuchen, Ipads im Unterricht einzusetzen. Ein Beispiel aus den Klassen 6 bis 12 der Kaiserin Augusta Schule in Köln; ein weiteres aus der Projektschule Goldau in der Schweiz und schließlich das Fach Medizin an der Stanford Universität:

  • Kaiserin Augusta Schule, Köln
  • Stanford School of Medicine
  • Ergänzend noch der News-Ticker im Blog vo Sam Gliksman (USA):

  • iPads in Education
  • Horizon Report 2011

    20. Februar 2011

     
    Der Horizon Report, herausgegeben von der Educause Association (USA), beschreibt jedes Jahr den vermuteten Einfluss, sich aktuell und in naher Zukunft entwickelnder Technologien auf die Bildung.

    Als für den Bildungsbereich bedeutende Technologiefelder für das Jahr 2011 werden die folgenden beschrieben:

    Time to adoption: One Year or Less

    • Electronic Books
    • Mobiles

    Time to adoption: Two to Three Years

    • Augmented Reality
    • Game-based Learning

    Time to adoption: Four to Five Years

    • Gesture-based Computing
    • Learning Analytics


    Weiterführende Links

  • Horizon Report 2011 als Videozusammenfassung
  • Horizon Report (deutsch) 2011 als PDF
  • Horizon Report (englisch) 2011 als PDF
  • Horizon Reports 2010 und 2009
  • Video Stapel

    20. Februar 2011

    Quelle: Kunsthochschule Kassel, http://www.fragen-zur-kunst.de

    Eine schöne Form, Videos zu stapeln und assoziativ zu präsentieren zeigt hier die Kunsthochschule Kassel anlässlich der documenta 12 im Jahr 2007. Leider nur mit Flash lauffähig. Eine Adaption eines solchen Designs auf HTML5 und Javascript würde es möglich machen, Vergleichbares auch auf Ipad, Iphones etc. verfügbar zu machen.

    Marshall McLuhan Speaks ! Die Videos

    26. Januar 2011

    Video-Collection: Marshall McLuhan Speaks

  • Marshall McLuhan Speaks: CENTENNIAL 2011
  • Augmented Reality Book

    26. Januar 2011

    Mark Lukas, Student an der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd und Mitarbeiter in der ART+Com AG in Berlin, zeigt in einer Semesterarbeit, wie man ein klassisches Lehrbuch durch 3D-Darstellungen am Computer-Monitor ergänzen kann. Anhand des Buches “Kohle – Reichtum unter Tage” demonstriert er eine von vielen Möglichkeiten, Augmented Reality didaktisch nutzbar zu machen.

    Augmented Reality Book from marklukas on Vimeo.

    Sobald die Kamera im Computer den entsprechenden AR-Marker (Augmented Reality Marker) im Buch erkennt, erscheint am Bildschirm das zugehörige 3D-Bild. Eingesetzte Technologien: Flash, Actionscript3, Flex, FlARToolKit, ARToolKit.

    Arbeiten von Mark Lukas

  • Demo-Video
  • Foto-Sammlung auf flickr
  • Homepage von Mark Lukas
  •  
    Vertiefende Links zum Thema

  • Smart Grid Augmented Reality
  • Markerless Augmented Reality
  • Indoor Augmented Reality für Mobile Devices
  • Augmented Reality Browser: Layar (1)
  • Augmented Reality Browser: Layar (2)
  • Petition gegen Apple unterzeichnen!

    24. Januar 2011

    Eine Koalition chinesischer Umweltgruppen, die Green Choice Alliance (GCA) bemüht sich darum, die Zulieferkette großer IT-Konzerne, die in China produzieren, öffentlich zu machen, um damit die Konzerne dazu zu bewegen, gegen die teils katastrophalen und unmenschlichen Arbeitsbedingungen (Selbstmorde, drastische Gesundheitsschädigungen, usw.) in Betrieben ihrer Zulieferkette anzugehen.

    Video - The Other Side of Apple

    Von den insgesamt 29 befragten Unternehmen ist Apple das einzige, dass sich weigert, entsprechende Informationen herauszugeben, stellt das Institute of Public & Environmental Affairs (IPE) in einem kürzlich veröffentlichten Report fest.

    In einem Interview mit der Taz erläutert Ma Jun, einer der Autoren des Reports Details der Untersuchung: “Die Umweltschützer fragten Apple nach der Lian Jian Fabrik in Suzhou. 2009 wurden dort 49 Arbeiter vergiftet, die Touchscreens für Apple gereinigt hatten. Doch weder bestätigte noch dementierte Apple eine Zusammenarbeit. Gefragt wurde auch nach der Firma Yunheng Hardware & Electrical in Suzhou. Dort wurden acht Mitarbeiter bei der Produktion für Apple vergiftet. “Wir haben dies aus in China öffentlich zugänglichen Informationen erfahren, aber Apple schweigt”, sagt Ma.” (Taz 23.1.2011)

    In einer Online-Petition an Steve Jobs, Apple Media Team und Apple Publicist soll Apple nun dazu bewegt werden mit der GCA zu kooperieren, die Zulieferketten öffentlich zu machen und falls die schlimmsten Vermutungen zutreffen, Ihre Zulieferer dazu zu bewegen, für menschliche Arbeitsbedingungen in ihren Betrieben zu sorgen.

    Die Petition kann hier unterschrieben werden (Please retweet):

  • Online-Petition
  • Report des Institute of Public&Environmental Affairs (IPE)
  • Hintergrundartikel in der Taz
  • Ganzheit bei McLuhan

    6. Dezember 2010

    Foto: McLuhan 2.0 bei Mediacology

    Reagieren auf die Welt als Ganzes
    McLuhan zitiert J.Z.Young:”Vielleicht liegt ein großer Teil des Geheimnisses der Gehirnkräfte in der ungeheuren Anzahl von Möglichkeiten, die einem Wechselspiel der Reizwirkungen eines jeden Teils der Empfangsfelder geboten werden. Diese Bereitstellung von Wechselwirkungs-Orten oder Mischungs-Stellen ist es, die uns erlaubt, auf die Welt als ein Ganzes in einem viel höheren Maße zu reagieren, als es andere Lebewesen können” (McLuhan 1968, S.14).

    Einheit des Empfindens und Stammeskultur
    “In unserem langen Bemühen, für das Abendland wieder eine Einheit des Empfindens, des Denkens und Fühlens zurückzuverlangen, sind wir ebensowenig darauf gefaßt gewesen, die sich aus einer solchen Einheit ergebende Stammeskultur anzunehmen, wie wir auf die Fragmentierung der menschlichen Psyche durch die Buchdruckkultur vorbereitet waren” (McLuhan 1968, S.49).

    Raumbegriff
    “Irvins erklärt dann weiter, warum wir uns den Raum als eine Art selbständigen Behälter vorstellen, während in Wirklichkeit der Raum »eine Eigenschaft oder Beziehung von Dingen ist und ohne sie nicht existiert«” (McLuhan 1968, S.59).

    Ganzheitliche Auffassung von Struktur, Form und Funktion
    “Die Botschaft, so schien es damals, sei der »Inhalt«, als die Leute nocht fragten, was ein Gemälde bedeute. Doch wäre es ihnen nie eingefallen zu fragen, was eine Melodie, ein Haus oder Kleid bedeute. In solchen Dingen haben die Menschen eine gewisse ganzheitliche Auffassung der Struktur, Form und Funktion als eine Einheit beibehalten” (McLuhan 1994, S.30).

    Streben nach Ganzheit
    “Das Streben unserer Zeit nach Ganzheit, Einfühlungsvermögen und Erlebnistiefe ist eine natürliche Begleiterscheinung der Technik der Elektrizität” (McLuhan 1994, S.18).

    Quellen:

    • McLuhan, M. (1968). Die Gutenberg-Galaxis – Das Ende des Buchzeitalters. Düsseldorf und Wien: Econ Verlag.
    • McLuhan, M. (1994). Die magischen Kanäle – Understanding Media. Düsseldorf und Wien: ECON.
  • FAQ´s auf marshallmcluhan.com
  • McLuhan neu Lesen, Leseprobe des transcript-Verlags (PDF)
  • Medium und Werkzeug bei McLuhan

    4. Dezember 2010

    Bildquelle: Buzzersation

    Medium als Botschaft
    “In einer Kultur wie der unseren, die es schon lange gewohnt ist, alle Dinge, um sie unter Kontrolle zu bekommen, aufzusplittern und zu teilen, wirkt es fast schockartig, wenn man daran erinnert wird, daß in seiner Funktion und praktischen Anwendung das Medium die Botschaft ist. Das soll nur heißen, daß die persönlichen und sozialen Auswirkungen jedes Mediums – das heißt jeder Ausweitung unserer eigenen Person – sich aus dem neuen Maßstab ergeben, der durch jede Ausweitung unserer eigenen Person oder durch jede neue Technik eingeführt wird” (McLuhan 1994, S.21).

    Erweiterung der Sinnesorgane
    “Der Mensch als werkzeugschaffendes Lebewesen, handle es sich um die Sprache, die Schrift oder das Radio, ist schon lange damit beschäftigt, das eine oder andere seiner Sinnesorgane so zu erweitern, daß dadurch alle seine anderen Sinne und Anlagen gestört werden” (McLuhan 1968, S.9).

    Sprache als Werkzeug
    “Die Sinnesveräußerlichung oder -äußerung, welche die Sprache und das Sprechen darstellten, bildet ein Werkzeug, das es »dem Menschen ermöglichte, Erfahrungen und Wissen in einer Form anzusammeln, die eine leichte Weitergabe und einen größtmöglichen Nutzen gestattete«” (McLuhan 1968, S.10).

    Erweitertes Erfahrungsfeld im elektrischen Zeitalter
    “Im heutigen elektrischen Zeitalter nun hat gerade der instantane Charakter der Koexistenz unserer technischen Instrumente eine in der Menschheitsgeschichte völlig neue Krise hervorgerufen. Unsere erweiterten Anlagen und Sinne bilden heute ein einziges Feld der Erfahrung und des Erlebens, das verlangt, daß sie kollektiv bewußt werden. Unsere Techniken bedürfen heute, genau wie unsere eigenen Sinne, eines Wechselspiels, eines gegenseitigen Verhältnisses, das eine rationale Koexistenz möglich macht. Solange unsere Techniken so langsam waren wie das Rad, das Alphabet oder das Geld, war die Tatsache, daß sie getrennte geschlossene Systeme bildeten, sozial und psychisch erträglich. Doch dies trifft heute nicht mehr zu; denn das Bild, der Ton und die Bewegung werden simultan und in einem globalen Ausmaße erlebt. Ein proportioniertes Wechselspiel zwischen diesen Erweiterungen unserer menschlichen Funktionen ist heute auf kollektiver Ebene ebenso notwendig, wie es dies für unser persönliches, individuelles Vernunftsvermögen und die Einzelsinne (»wits«) schon je gewesen ist” (McLuhan 1968, S.11).

    Mechanisierung aller Handwerke durch den Buchdruck
    “Der Buchdruck stellte die erste Mechanisierung eines uralten Handwerkes dar und führte mühelos zur weiteren Mechanisierung aller Handwerke” (McLuhan 1968, S.64).

    Typographie als Mechanisierung
    “Die Typographie – die erste Mechanisierung eines Handwerks – ist selbst das vollkommene Beispiel nicht eines neuen Wissens, sondern angewandten Wissens” (McLuhan 1968, S.206).

    Medium als Inhalt eines anderen Mediums
    “Das Beispiel des elektrischen Lichtes wird sich in diesem Zusammenhang vielleicht als aufschlußreich erweisen. Elektrisches Licht ist reine Information. Es ist gewissermaßen eine Medium ohne Botschaft, wenn es nicht gerade dazu verwendet wird, einen Werbetext Buchstabe um Buchstabe auszustrahlen. Diese für alle Medien charakteristische Tatsache bedeutet, daß der »Inhalt« jedes Mediums immer ein anderes Medium ist” (McLuhan 1994, S.22).

    “Unsere übliche Antwort, mit der wir alle Medien abtun, nämlich daß es darauf ankomme, wie wir sie verwenden, ist die befangene Haltung des technischen Dummkopfs. Denn der »Inhalt« eines Mediums ist mit dem saftigen Stück Fleisch vergleichbar, das der Einbrecher mit sich führt, um die Aufmerksamkeit des Wachhundes abzulenken. Die Wirkung des Mediums wird gerade deswegen so stark und eindringlich, weil es wieder ein Medium zum »Inhalt« hat.” (McLuhan 1994, S.37-38).

    Beispiele für Inhalte von Medien
    “Der Inhalt der Schrift ist Sprache, genauso wie das geschriebene Wort Inhalt des Buchdrucks ist und der Druck wieder Inhalt des Telegrafen ist. Auf die Frage: »Was ist der Inhalt der Sprache?« muß man antworten:»Es ist ein effektiver Denkvorgang, der an sich nicht verbal ist« Ein abstraktes Bild stellt eine direkte Äußerung von schöpferischen Denkvorgängen dar, wie sie etwa in Mustern von Elektronenrechnern erscheinen können. Was wir jedoch hier betrachten, sind die psychischen und sozialen Auswirkungen der Muster und Formen, wie sie schon bestehende Prozesse verstärken und beschleunigen. Denn die »Botschaft« des Mediums oder jeder Technik ist die Veränderung des Maßstabs, Tempos oder Schemas, die es der Situation des menschen bringt. Die Eisenbahn hat der menschlichen Gesellschaft nicht Bewegung, Transport oder das Rad oder die Straße gebracht, sondern das Ausmaß früherer menschliche Funktionen vergrößert und beschleunigt und damit vollkommen neue Arten von Städten und neue Arten der Arbeit und Freizeit geschaffen. Und das traf zu, ob nun die Eisenbahn in einer tropischen oder nördlichen Umgebung fuhr, und ist völlig unabhängig von der Fracht oder dem Inhalt des Mediums Eisenbahn” (McLuhan 1994, S.22).

    “Die Botschaft des Mediums Film ist die des Übergangs von linearer Verbindung zur Gestalt” (McLuhan 1994, S.29).

    Quellen:

    • McLuhan, M. (1968). Die Gutenberg-Galaxis – Das Ende des Buchzeitalters. Düsseldorf und Wien: Econ Verlag.
    • McLuhan, M. (1994). Die magischen Kanäle – Understanding Media. Düsseldorf und Wien: ECON.
  • FAQ´s auf marshallmcluhan.com
  • McLuhan neu Lesen, Leseprobe des transcript-Verlags (PDF)
  • Iphone Apps: Suche und interaktive Statistiken

    18. November 2010

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