Unser Artikel zu den mediendidaktischen Hintergründen der Entwicklung eines Lehrbuchs der Zukunft ist heute im Open-Access-Journal »Phydid« erschienen. In diesem Artikel machen wir deutlich, warum es schwierig ist, sich bei der Entwicklung innovativer Lernmedien an den klassischen Konzepten des E-Learnings zu orientieren. Wir schlagen statt dessen vor, für innovative Entwicklungen im Bereich des mediengestützen Lernens ein bildungstheoretisch begründetes Didaktisches Design zu wählen.
Neuhaus, W., Nordmeier, V., & Kirstein, J. (2011). Das Lehrbuch der Zukunft – Mediendidaktische Aspekte im Validierungsprojekt “Technology Enhanced Textbook”. In V. Nordmeier, & H. Grötzebauch (Eds.), PhyDid B – Didaktik der Physik – Beiträge zur DPG-Frühjahrstagung, 2011. Berlin: Freie Universität Berlin – AG Nordmeier.
Eine intuitive Form, Dateien quer über unterschiedliche Plattformen (Android, IOS, Windows) weiterzureichen soll ab Sommer diesen Jahres der Cloud-Service “KonnectUs” bieten.
Der App-Explorer bietet Statistiken zur Verbreitung und Bedeutung von Iphone-Apps an. In unterschiedlichen Charts können Verbreitung, Entwicklung, Preissegmente, usw. bezogen auf unterschiedliche Anwendungsgebiete aktuell generiert werden. Darüber hinaus wird eine Suche angeboten, mit der gewünschte Anwendungen gefunden werden können.
Der Mashable-Blog berichtet vom Baker E-Book Framework, das es jedem ermöglicht, Bücher im E-Book-Format für Ipads zu veröffentlichen durch die Gestaltung des Buchs in HTML5.
Die Idee von the Kno geht eigentlich in die richtige Richtung, die Lösung, die hier vorgestellt wird, wirkt jedoch sehr klobig und unausgereift. Die Gründer und ihr Produkt hinterlassen keinen guten Eindruck. Hoffentlich werden die 46 Millionen Dollar Risikokapital nicht folgenlos verplempert …
Auf dem Intel Developer Forum 2010 (IDF) experimentierte der Augmented Reality (AR) Anbieter Metaio mit einer AR-Lösung für mobile Endgeräte (Iphone und Android), die es ermöglicht, Objekte auch innerhalb von Gebäuden exakt zu lokalisieren und diese auf dem Mobile-Screen mit virtuellen Zusatz-Informationen oder Anwendungen zu versehen. Bisher gebräuchliche Anwendungen für AR nutzen in der Regel GPS-Daten, um Objekte zu lokalisieren. Dies ist innerhalb von Gebäuden leider nicht möglich. Der Ansatz von Metaio liegt darin, sogenannte LLA-marker (LLA: Latitude, Longitude, Altitute) an allen Objekten anzubringen, welche mit Zusatzinformationen virtuell erweitert werden sollen. Durch das Scannen und Verarbeiten dieser Daten mit einer speziellen App werden die GPS-Werte des Mobiltelefons durch ein lokales Koordinaten-Raster ergänzt, wodurch jeder einzelne LLA-marker innerhalb des Gebäudes lokalisiert werden kann. Ein hilfreiches Verfahren, das in Zukunft auch gut in Museen, Schulen und Hochschulen und in Ausstellungsbereichen von Konferenzen nutzbar gemacht werden kann.
Im O´Reilly Radar geht man davon aus, dass das digitale Lehrbuch durch den inzwischen recht weit voran geschrittenen Entwicklungsstand von Tablet-PC´s und multifunktionsfähigen Mobiltelefonen kurz vor dem Durchbruch steht. Osman Rashid, Co-Gründer von The Kno, einem Start-Up-Unternehmen aus den USA, das im Moment auf hochtouren an einem Prototypen arbeitet, beschreibt im O´Reilly-Blog die Hürden, die aus seiner Sicht noch überwunden werden müssen, um mit dem digitalen Lehrbuch den Massenmarkt zu erobern. So sind es strukturelle, emotionale und politische Hürden, die noch genommen werden müssen, um mit dem digitalen Lehrbuch den Markt zu innovieren. Zentral ist das Problem, das sich um das Bildungssystem herum Strukturen verfestigt haben, die das klassische gedruckte Lehrbuch noch stützen. Semesterplanungen und Kurse werden an den alten Lehrbüchern orientiert, Professoren schreiben sie und sind in entsprechende Review-Verfahren involviert, Verlage sind mit ihrer Infrastruktur eng angelehnt an die Bedingungen des Bildungssystems. Emotionale und politische Bindungen an dieses System machen die Räume eng für digitale Innovationen. Dennoch glaubt Rashid, das diese Widerstände in absehbarer Zeit überwunden werden können und beschreibt in dem Blog-Artikel notwendige Strategien zur Überwindung der Hürden. Mit seinem Unternehmen The Kno hat er eine weitere nicht unerhebliche Hürde bereits genommen: eine Anschub-Finanzierung des Unternehmens The Kno in Höhe von 46 Millionen US-Dollar durch ein Konsortium um den Venture-Capital-Geber “Andreessen Horowitz”, der auch Foursquare und Skype mit Risiko-Kapital versorgt hat, wurde vor wenigen Wochen bewilligt.
In einem Werbe-Video für das Droid Mobiltelefon wird Installation und Nutzung des “Layar Reality Browser” für den Endnutzer sehr übersichtlich dokumentiert. Wie Inhalts- oder Bildungsanbieter Objekte in der Realität mit Zusatzinformationen jeglicher Art versehen können, hatte ich ja bereits im Beitrag “Augmented Reality Browser” dokumentiert.
Mit den seit einigen Jahren in der Werbebranche boomenden Location Based Services, die Nutzern von GPS-unterstützten Mobil-Applikationen schnelle Informationen über kommerzielle Angebote am aktuellen Aufenthaltsort bieten, sind inzwischen brauchbare Applikationen für Mobil-Telefone entstanden, deren Potenzial auch für pädagogische Anwendungen nutzbar gemacht werden kann. In Kombination mit den vielfältigen Multimedia-Optionen von Mobil-Telefonen bieten sich interessante Möglichkeiten, ortsbezogene Informationen in handlungsorientierten Lehr-Lernszenarien zu nutzen. In Großbritannien gibt es bereits erste Fallstudien, die zeigen dass sich innovative Lehr-Lernkonzepte (Entdeckendes Lernen, Forschendes Lernen, Betonung des Kontextbezugs von Bildungsinhalten) durch diese Funktionen hervorragend medial anreichern lassen. Theoretische Prinzipien können mit dem Ansatz eines Location Based Learnings aktiv, handelnd im Feld anschaulich und begreifbar gemacht werden und gleichzeitig kann diese Erfahrung mit zurückgenommen werden in den Klassenraum um dort analysiert und weiterverarbeitet werden. Die hier vorgestellten Studien der University of Nottingham und dem futurelab zeigen z.B. wie Schüler im Mathematik-Unterricht Winkelfunktionen nutzen um mit Hilfe des GPS-unterstützten Mobiltelefons und der Fotofunktion des Handys die Höhe von Gebäuden bestimmen.
Ein anderes Beispiel zeigt wie durch die Überlagerung von Informationen über das Live-Bild einer Ruine im “augmented Moded” des Mobiltelefons, historsiche Gebäudestrukturen analysierbar werden. Ein weiteres bereits weit verbreitetes Anwendungsfeld von GPS ist das GeoCaching. Das ist eine Art weltweite Schnitzeljagd oder Schatzsuche bei der die Geo-Daten jedes Schatzes (Caches) auf Landkarten im Internet veröffentlicht werden. Die Schatzsucher orten den Schatz mit Hilfe ihres Mobil-Telefons und hinterlassen eine Nachricht im beigefügten Tagebuch des Caches, befolgen gegebenfalls bestimmte Anweisungen oder tauschen den Inhalt des Schatzes aus (es gibt viele verschiedene Spielarten). Welweit sind bereits mehrere Millionen GeoCaches versteckt in allen Regionen der Erde. Das CacheWiki gibt einen Überblick und Anleitungen zum Mitspielen. Studien und Informationen zu den genannten Spielarten des Location Based Learnings gibt es in der folgenden Linksammlung:
Ein wesentliches Element des Lehrbuchs der Zukunft ist für mich so etwas wie ein Augmented Reality Browser. Ich stoße bei einem Spaziergang auf ein ungewöhnlich aussehendes Objekt, weiß aber nicht, was sich dahinter verbirgt. Ich richte die Screen-Kamera meines digitalen Lehrbuchs auf das Objekt, sofort werden über das Live-Bild des Gegenstands Links zu Detail-Informationen, Literatur, Medien, Übungen und Online-Experimenten gelegt, die mir ein breites Spektrum an Möglichkeiten geben, Wissen über dieses Objekt anzueignen.
Für aktuelle Mobil-Telefon-Betriebssysteme wie Android und Iphone OS gibt es bereits erste Apps im Beta-Stadium, die derartige Anwendungen ermöglichen. So kann ich z.B. mit “Google Sky Map” den Screen meines Mobil-Telefons auf einen Himmelsauschnitt richten, die Anwendung zeigt mir dann live Detailinformationen zu den einzelnen Sternen und Himmelskörpern, die sich im jeweils betrachteten Himmelsausschnitt befinden. Oder “Theodelite” für das Iphone gibt mir die Möglichkeit mit dem Live-Bildausschnitt Objekte zu lokalisieren und Horizontalrichtungen, Zenit- und Vertikalwinkel zu messen. Besonders spannend für Bildungsanbieter scheint mir Layar zu sein, da hier bereits gut verständliche Anleitungen existieren, Objekte in der Realität durch virtuelle Zusatz-Informationen und -Anwendungen zu ergänzen.